
Der Termin für die zunächst verschobene Anhörung, in der die Alderney Gambling Control Commission über die zur Zeit noch suspendierte Lizenz entscheiden will, rückt langsam näher. Full Tilt hatte bei der ersten Anhörung um Aufschub gebeten, da eine Offenlegung aller Details zur Zahlungsunfähigkeit die Gespräche mit potentiellen Investoren gefährden würden, welche ihrerseits den finanziellen Fortbestand dieses Pokerraum sichern könnten. Die Anhörung sollte ursprünglich spätestens bis zum 15.September stattfinden, nun hatte man sich aber auf den 19.September geeinigt.
Seit dem gab es zwei “Neuigkeiten”. Die erste war das Statement, dass Full Tilt offen für Gespräche mit weiteren Investoren sein. Aus dieser Ankündigung schloss man, dass die bisherigen Verhandlungen mit einer Gruppe europäischer Investoren, die sich allerdings nur für den irischen und britischen Teil von Full Tilt interessiert haben, zum Stillstand gekommen sind. Gerüchte über neue Investoren gibt es bisher nicht. Weiterhin machte Full Tilt zum ersten Mal eine offizielle Aussage zu den Auszahlungsproblemen. Hier legte man offen, dass man nicht nur von einem Zahlungsdienstleister bestohlen wurde und es bei einem weiteren zu technischen Problemen gekommen sein, weshalb Millionen Dollar an Einzahlungen nicht mehr den Bankkonten zur Abbuchung zuordnen konnte.
Die fehlenden Gelder aus diesen beiden Vorkommnissen(rund 45 Millionen Dollar) hatte Full Tilt bis dahin aus eigener Tasche ausgeglichen, um mögliche Auswirkungen auf die Spielerkonten zu vermeiden. Dann kam allerdings vollig unerwartet der Schwarze Freitag des Online Pokers(15.April), in dem die us-amerikanischen Ermittlungsbehörden Anklage gegen Full Tilt, PokerStars, UB Poker und Absolute Poker wegen unerlaubten Glücksspiels, Geldwäsche und Betrugs erhob, Domains sperrte und Bankkonten einfror. Auf den betroffenen Bankkonten liegen 115 Millionen Dollar, auf die man nun ebenfalls keinen Zugriff hat. Wie es mit den ganzen Geldern weitergeht ist noch völlig unklar – fest steht nur, dass Full Tilt die Auszahlungen der Spielerkonten nicht mehr aus eigenen Mitteln finanzieren kann, weshalb nach Investoren gesucht wurde, die den Spielbetrieb weiter aufrecht erhalten könnten.


